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Google, Facebook & Apple – Verlorene Privatsphäre und wie man sie zurückgewinnt

Es klingelt. Sie gehen zur Türsprechanlage und fragen, wer da ist. Denn Sie wollen ja keine ungebetenen Gäste in das Treppenhaus oder gar in Ihre Wohnung lassen.

Ihr zu Hause ist exemplarisch für Ihre Privatsphäre. Hier machen sich fast alle Menschen die gleichen Gedanken und sind in der Regel sorgsam, doch wenn es um Ihre Privatsphäre im Internet geht, ist kaum einer wirklich besorgt oder kümmert sich richtig darum. 

Die Einstellungen der omnipräsenten großen Unternehmen, namentlich Google, Facebook und Apple, die als „Default“ also als Standard eingestellt sind, sind in der Regel so gestaltet, dass möglichst viele Daten zu allen Nutzern gesammelt werden können. Denn diese Daten ermöglichen zum Beispiel personalisierte Werbung. Die Relevanz dieser Art von Werbung zeigt sich im Umsatz von Google oder Facebook, der in Milliardenhöhe liegt und sich zum Großteil aus Werbedeals und Werbung zusammensetzt. Wenn ein User rote Gummistiefel in die Suchmaschine Google eingibt, ist es wahrscheinlich, dass er daraufhin viele Werbeanzeigen zu verschiedenen roten Gummistiefeln beim Surfen im Internet erhält. 

Viele Datenschützer hatten die Hoffnung, dass sich das mit der Umsetzung der neuen DSGVO dieses Jahres ändert. Doch noch immer sammeln Google und Co. Daten ohne Ende und greifen massiv in die Privatsphäre vieler User ein. Warum sie dabei so erfolgreich sind, ist einfach erklärt:

Sie nutzen manipulative Designs, um die Zustimmung ihrer Nutzer im großen Stil zu erlangen. Ein leuchtend grüner oder blauer Zustimmungsbutton ist nun mal wesentlich ansprechender und in diesem Sinne attraktiver, als ein hellgrauer Ablehnungsknopf, der so wirkt, als ob man ihn gar nicht auswählen könne. Hinzu kommt, dass es oft einfacher und vor allem bequemer ist, den Fragen einfach zuzustimmen, weil man sonst befürchtet, dass einem die Nutzung des jeweiligen Dienstes verwehrt bleibt oder mindestens erschwert wird. Doch man sollte sich für die wenigen Minuten überwinden, um die eigene Privatsphäre auch im Internet (wieder)herzustellen. 

Um Ihre Privatsphäre bei Facebook zu konfigurieren, müssen Sie drei Menüpunkte bearbeiten:

Erstens die Gesichtserkennung, die es Facebook erlaubt oder verbietet Gesichter in Ihren Fotos zu erkennen, zweitens „Werbeanzeigen“ und drittens „Datenschutz“.

Sie sollten sich mit allen drei Unterpunkten befassen, um sich umfassend über Ihre Privatsphäre auf Facebook zu informieren und die Kontrolle über diese zu erlangen, um sich selbst zu schützen.

Bei Google ist es auch relativ zeitintensiv, seine Daten zu schützen:

Zuerst begeben Sie sich zu „Mein Konto“ und führen dann den Privatsphärencheck durch. Der dauert zwar circa zehn bis fünfzehn Minuten. Die Wirkung ist jedoch immens. Denn Sie erlangen so mehr Kontrolle über Werbung und gespeicherte Daten.

Bei Apple ist es etwas einfacher:

Sie begeben sich in die Einstellungen und wählen „Datenschutz“ aus. Hier können Sie alles anpassen, wie beispielsweise das Ad-Tracking abschalten, das Sie unter dem Unterpunkt „Werbung“ finden. 

Jedenfalls raten wir Ihnen, auch Ihre Privatsphäre im Internet zu schützen und somit sich selbst. Unser Selbstversuch hat allerdings ohne Probleme eine halbe Stunde Zeit gekostet.

© Stefan Müller-Römer, Alexandra Eva Baumann, September 2018, Alle Rechte vorbehalten

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